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15.01.2009: neu

KM44 Schule in Bedrängnis. Eltern samt Schülern vertrieben.

Die 44km-Schule in Thailand, die von uns unterstützt wird, ist eine kleine Bambushütte mit Zementboden. Im Moment werden 145 Schüler verschiedenen Alters von vier Lehrern unterrichtet. Das Schulgebäude liegt direkt neben einem kleinen „Flüchtlingsdorf“, das im Laufe der letzten Jahre entstanden ist. Die Leute aus Burma fanden Arbeit und der thailändische Eigentümer gab die Erlaubnis auf diesem Landstück ihre Hütten zu bauen. Insgesamt beherbergt das Dorf ca. 60 Familien. Von diesen sind ca. 150 Männer und Frauen als landwirtschaftliche Hilfskräfte angestellt.

Leider haben nur etwa 50 eine Arbeitsgenehmigung, welche in Thailand sehr schwierig zu bekommen ist. Die meisten der Menschen sind illegal aus Burma ausgewandert um in Thailand Arbeit und Sicherheit zu finden.

Am Morgen des 14. Januars 2009 kamen thailändische Soldaten in das Dorf und forderten die Menschen auf ihre Hütten zu abzubauen und bis zur Dämmerung den Ort zu verlassen. Als Grund für diese überraschend plötzliche Vertreibung wird den Dorfbewohnern und Landarbeitern vorgeworfen, illegalen Drogen und Menschenhandel zu betreiben.

Eine weitere Forderung des thailändischen Militärs war es die Schule zu schließen.

Die Dorfbewohner begannen sofort mit dem Abbau und der Zerstörung ihrer Hütten und flüchteten mit ihrem nötigsten Hab und Gut in den Dschungel. Von den 145 Schülern der 44km-Schule sind 43 mit ihren Eltern weggezogen. Die Folge ist, dass durch diese überraschende Flucht, die Schüler nicht mehr zur Schule kommen können.

Ein klimatischer Faktor dramatisiert diese schwierige Situation enorm. Seit einigen Wochen herrscht in Asien eine lang anhaltende Kältefront. Das führt dazu, dass die Menschen, die sonst tropische Temperaturen gewohnt sind, bitterkalte Nächte erleben müssen, in denen die Temperatur fast bis auf den Gefrierpunkt sinkt.

Die vier Lehrer haben beschlossen, den Unterricht für vier Tage zu unterbrechen und ihn dann wieder aufzunehmen. Dann würde man sehen wie vielen Kindern es möglich ist, zu Fuß durch den Dschungel in die Schule zu gelangen. Weiters müsse man beobachten ob das thailändische Militär wieder erscheint und ihre Ankündigen, die Schule in diesem Falle zu zerstören, wahrhaftig durchsetzen wird.

Das Team von HoG war am Tag zuvor zu Besuch in der Schule. Als am Tag danach der Anruf kam, dass thailändische Soldaten die menschen dort vertreiben würden, fuhr das Team von HoG sofort wieder in das ca. 30 Fahrminuten entfernte Dorf.

Als Unterstützung brachte HoG jeweils ein Hilfsset für jede Schülerfamilie, bestehend aus Moskitonetz, Decke und Liegematte mit, das den Menschen die kalten Nächte im Dschungel erträglicher machen soll.

Die internationale Hilfsorganisation Basic Health Care Unit nimmt sich auch den Vertriebenen an.


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