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Die Menschen sind freundlich, warmherzig und ehrlich. Und sie sind fröhlich und heiter. Auch die Flüchtlinge haben trotz des erfahrenen Leides diese Eigenschaften bewahrt. Das macht es leicht, zu helfen und nicht ganz zu verzagen.
Ich habe selten eine so fröhliche und berührende Weihnachtsfeier erlebt, wie hier bei diesen Menschen. Ohne diese Fähigkeit zu feiern, fröhlich zu sein, Gemeinschaft zu leben würden sie das ganze Leid, die Gewalt, die Willkür die Demütigen nicht ertragen können, hat Maun Maung Thin das bunte Treiben kommentiert.
..."Mein Herz wird warm, mein Gemüt klart auf, Fröhlichkeit stellt sich ein. Dieser Kontrast. Hier das Elend, das Leid, die Krankheit, das Sterben und ebenso hier die Freude, der Spaß, die Ausgelassenheit. Mir fällt es schwer, diese Gegensätze ein und denselben Menschen zuzuschreiben. Aber es ist nun einmal so. Sie lachen, sie feiern, um zu vergessen, um nicht ganz zu verzagen. Ich habe heute nur fröhliche Gesichter gesehen, lachende Gesichter. Niemand saß im Abseits, überall war Gemeinschaft. Gemeinschaft im Leiden, Gemeinschaft in der Freude."...
Am 3. Jänner feiern die Karen ihr Neujahr mit traditionellen Tänzen in ihren farbenfrohen Trachten. Sie schreiben heuer das Jahr 2742.
..."Also ging ich hinaus, beobachtete ihre Ausgelassenheit, ihre Freude, badete mich in all den bunten, fröhlichen Farben, sonnte mich im Strahlen ihrer Gesichter. Wie sie sich begrüßen, wie sie sich Geschenke überreichen, wie sie scherzen und lachen. Ich kann mich daran nicht satt sehen. Gierig sehne ich mich nach solchen Augenblicken, die mich aufbauen, die mir Mut geben, die auch mich kurz vergessen lassen.
Planlos irre ich am Klinikgelände umher, schaue, grüße, lächle. Lasse die Atmosphäre auf mich wirken, in mir wirken. Kleine Szenen voller Zuneigung und Zärtlichkeit fesseln immer wieder meine Aufmerksamkeit, geben mir so schöne und intensive Momente des Glücks, sind Balsam für meine Wunden, beruhigen, bauen auf. Der Vater, der seine Tochter in den Armen wiegt, das Mädchen, das verstohlen zu ihrem geheimen Schatz schaut und schnell den Kopf wegdreht, als er dasselbe macht, der Teenager, der seiner Angehimmelten das Taschentuch für den Don Dance zu entreißen versucht.
Das Leben kann so normal sein, wenn man es nur lässt."...
Auszügen aus dem Reisebericht.
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