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Rundbrief
Burma/Myanmar - Schönes Land in Agonie
Burma, das heutige Myanmar, liegt in Südostasien. Die Nachbarstaaten sind Thailand und Laos im Osten, China im Norden sowie Indien und Bangladesh im Westen.
Das Land erstreckt sich vom 10. bis zum 28. Breitengrad und ist 677.000 qKm groß. Das entspricht mehr als der doppelten Größe Italiens.
In Burma/Myanmar lebten 2005 zirka 52 Millionen Menschen, unterteilt in 8 Völker und 136 Volksgruppen. 70% der Bevölkerung lebt auf dem Land.
Die 8 Volksgruppen und ihre Stärke: Burmesen 65%, Shan 10 %, Karen 9 %, Arakan 5 %, Mon 2,5 %, Chin 2 %, Kachin 1,5 %, Karenni 0,8%.
Die größte Stadt ist Rangoon (Yangon), der Regierungssitz seit 2006 Nayipydaw.
Das Land ist aufgeteilt in 7 Bundesstaaten der Minderheiten und in 7 Verwaltungsdistrikte. Das Regime versucht die Minderheiten mit Gewalt zu assimilieren und begeht dabei regelrechten Völkermord.
Die vorwiegende Religion ist mit ca. 87% der Buddhismus, gefolgt vom Christentum (5%), Islam (4%) und Hinduismus (3%).
Der Alphabetisierungsgrad wir offiziell mit 85% angegeben, UNICEF spricht von 53%. Tatsache ist, dass 75% aller Kinder die Volksschule besuchen und nur 27% diese abschließen, in den Minderheitengebieten sind es nur 10%.
Burma/Myanmar wird seit 1962 von einer Militärdiktatur beherrscht, die sich seit 1996 SPDC – State Peace and Development Council nennt (ehemals SLORC - State Law and Order Restauration Council).
Brutale Niederschlagung von Protesten und Demokratiebewegungen
Im Jahr 1988 protestieren Studenten friedlich für Freiheit und Demokratie. Am 8.8.88 erteilt das Regime Schießbefehl. Tausende friedliebende Menschen sterben.
Aung San Suu Kyi stellt sich an die Spitze der Demokratiebewegung. Mit ihrer National League for Democracy gewinnt sie 1990 die Wahlen mit 81% der Stimmen. Die Wahlen werden vom Regime nicht anerkannt.
1996 öffnet sich Burma/Myanmar dem Tourismus. Das Regime tauft sich in State Peace and Development Council – SPDC um. Die brutale Unterdrückung der Minderheiten wird verschärft.
Seit 31. Mai 2003 lebt Aung Sann Suu Kyi unter verschärftem Hausarrest. Jegliche politische Opposition ist verboten.
Im Jahr 2008, während der Zyklon Nargis das Land verwüstet und die Generäle jede internationale Hilfe verhindern, wird ein Verfassungsreferendum durchgeführt. Die neue Verfassung ist das demokratische Mäntelchen, um die Macht der Generäle abzusichern.
Gleichzeitig beginnt das Regime, mit befreundeten Milizen eine Border Guard Force aufzubauen, um sämtliche Grenzen mit Gewalt unter Kontrolle zu bringen. Die Folge - neue Gewalt an den Minderheiten und viele neue Flüchtlinge.
Am 7. November 2010 wurden demokratische Wahlen durchgeführt, von der die National League for Democracy mit Aung Sann Suu Kyi sowie die meisten Minderheiten ausgeschlossen waren. Als Wahlsieger gingen die regimetreuen Parteien hervor. Noch am Tag der Wahl kam es zu heftigen Kämpfen im Karenstaat. Mehr als 30.000 Menschen flüchteten, einige von ihnen verstecken sich noch heute in den Feldern entlang der Grenze.
Am 13. November 2010 wurde Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest entlassen. Sie hat in den letzten 20 Jahren mehr als 15 Jahre in Haft oder in Hausarrest verbracht. Zum heutigen Zeitpunkt befinden sich noch immer über 2.100 politische Gefangene in Haft.

