Licht für Kamerun

2019 starten wir ein neues Projekt in Kamerun, Afrika: Durch die Installation von Solaranlagen bringen wir Licht und Strom in ländliche Regionen.

Das Dorf Botbéa mit seinen knapp 600 Einwohnern liegt in Kameruns Regenwald in der Provinz Littoral und ist – ebenso wie 85 % aller ländlichen Gebiete Kameruns – nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen, weil eine Erschließung viel zu teuer wäre. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von ca. 2 € pro Tag herrscht große Armut. Um die Lebensumstände der Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern, haben wir uns entschlossen, das gesamte Dorf mit sauberer Solarenergie zu versorgen. Ob Maniok-Rollen herstellen oder Erdnüsse knacken, man kann bei Licht noch gemütlich in Gesellschaft weiterarbeiten und die Produkte später auf dem Markt verkaufen. Damit können die Erwachsenen wesentlich produktiver arbeiten und ihre Armut lindern. So wird auch die vorherrschende Landflucht bekämpft. Kinder und Jugendliche können die zusätzlichen Licht-Stunden zum Lernen nutzen. Bessere Noten führen zu einem besseren Schulabschluss, und damit steigen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt einen Job zu finden. Die Perspektive auf eine bessere Zukunft steigt.

Die Verwendung von rußigen Kerosinlampen wird bald Vergangenheit sein  – und damit auch deren gesundheitsschädigende Auswirkungen auf Atemwege und Augen. Die Dorfbewohner sparen durch Solarenergie erhebliche Summen, die sonst für Kerosin-Öl ausgegeben werden, dies führt gewissermaßen zur Armutssenkung. Durch die dezentrale und modulare Bauweise der Solaranlage ist die Stromversorgung im Dorf auch unabhängig von der staatlichen Stromversorgung, die entweder nicht oder nur mangelhaft existiert und die nicht gewartet wird.

Die Menschen werden für den Umgang mit der Solaranlage aktiv geschult. Nachdem sich gezeigt hat, dass Männer auf Arbeitssuche öfter die Dörfer verlassen, werden bewusst Frauen geschult, da sie erfahrungsgemäß in den Dörfern bleiben. Das Projekt hat deshalb einen positiven Impact auf das Bildungsniveau und das Selbstbewusstsein der Frauen. Die Dorfbewohner sollen jeden Schritt der Installation begleiten, so dass es zu einer richtigen Identifikation mit der neuen Technologie kommt und das Verantwortungsgefühl für die Solaranlage gefördert wird.

Die weitere Lebensfähigkeit des Projektes ist gewährleistet, da unser technischer Projektleiter und kamerunischer Partner Herr Ngwè (ELPC) mehrmals jährlich in Botbéa ist, um weitere Vorhaben für die Entwicklung der Region durchzuführen. Durch seine kontinuierlichen Besuche ergibt sich die Möglichkeit, kleine Reparaturen oder Veränderungen zu erledigen und den Zustand der Solaranlagen zu kontrollieren. In den Nachbardörfern Bodbadjang und Ndambog leben auch Menschen, die in vorherigen Projekten zur Wartung geschult wurden. Wir setzen aber vor allem sehr auf die in diesem Projekt zu schulenden Frauen, welche die Instandhaltung und kleine Reparaturen selbst erledigen können.

Die Nutzung sauberer Solarenergie liefert auch einen wertvollen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel und gegen die Abholzung des Regenwalds. Die modulare Bauweise unserer Solaranlage ermöglicht es uns, perfekt auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen. Durch eine einmalige Investition können wir somit eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe gewähren.

  • Einwohner

    600

  • Budget

    40.000 €

  • Dauer

    2 Jahre

Umsetzung

Für die Umsetzung des Projektes haben wir uns Experten mit an Bord geholt, die bereits in der Vergangenheit ähnliche Projekte in benachbarten Dörfern implementiert haben:

Ihre Arbeit ist ehrenamtlich. Durch die Finanzierung decken wir den Materialankauf sowie sämtliche Reisekosten der Freiwilligen.

März 2019 Erkundung

2 Techniker und 4 Studenten von der Uni Konstanz sind vor Ort gemeinsam mit Herrn Ngwè vom ELPC und machen eine Bedarfsanlyse. Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und Bedürfnisse der Einheimischen stehen im Vordergrund. Es entscheidet sich:

  • welches System implementiert wird
  • wie die Installation effizient und kostengünstig abgewickelt werden kann
  • welche Dorfbewohner geeignet/bereit sind, während der Installationsreise geschult zu werden
  • wie diese Schulung am besten abgehalten werden kann.

August 2019 Materialkauf

Aufgrund der genauen Erhebung wird dann das Material angekauft. Um Transport- und Zollkosten zu sparen, wird alles Material, was vor Ort in Kamerun eingekauft werden kann, dort eingekauft.

Herbst 2019 Installation

Bei der Installationsreise werden 2 Techniker, 2 Elektroniker und 2 Studenten von der Uni Konstanz anwesend sein, da das technische Know-how sowie die notwendigen Kompetenzen vor Ort fehlen. Für die Nachhaltigkeit des Projektes ist es unabkömmlich, dass die Menschen vor Ort im Umgang mit der Solaranlage geschult werden, damit sie die Technologie verstehen und in Zukunft selbständig warten können. Vor allem für diese Aufgabe sind die beiden Studenten erforderlich, während die Techniker und Elektroniker mit der Installation betraut sind.

März 2020 Anpassung

Es werden eventuelle Anpassungen gemacht und überprüft, ob die Stromversorgung gut läuft.