Gemeinsam nach vorne!

8. April 2020

Wir machen Sensibilisierungskampagnen

Der Coronavirus macht leider keinen Stop vor Thailands und Myanmars Grenzen und daher ist es uns eine Herzensangelegenheit, den burmesischen Menschen aus unseren Projekten auch in dieser Krisenzeit helfend zur Seite zu stehen.

Unsere 5 Ray of Hope Schulen in Thailand mussten am 18.3.2020, 2 Wochen vor den geplanten Sommerferien, ihre Tore schließen. Da unser Team vor Ort in Mae Sot die Entwicklung weltweit beobachtete, haben sie schnell reagiert und bereits vor den Schulschließungen das Thema in den Schulen aufgegriffen. Alles Wissenswerte zum Virus und welche Maßnahmen alle setzen können, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden, lernten unsere Schüler in unserem Rays of Youth Jugendzentrum.

In Zusammenarbeit mit der Klinik in Mae Sot wurden große Informationsplakate erstellt, die sogleich in den Dorfgemeinschaften angebracht wurden. Auch die Direktoren unserer Schulen versuchen einen regelmäßigen Kontakt zu den Eltern zu halten, indem sie jene, die ein Telefon besitzen, per Telefon informieren.

Jetzt sind wir auch besonders froh und dankbar, über die großartige Arbeit unserer Jugendlichen aus dem Rays of Youth Projekt. In Vergangenheit hat unser Rays of Youth Team zahlreiche Hygieneschulungen in Myanmar durchgeführt. Nun ist das Erlernte wertvoller denn je und die Menschen wissen, wie man sich richtig die Hände wäscht und welche Hygienemaßnahmen notwendig sind, um gesund zu bleiben.

Wir verteilen Schutzausrüstung

Aktuell schicken die thailändischen Behörden tausende burmesische Arbeiter zurück nach Myanmar, wo sie sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben müssen. Die Schlangen am Grenzübergang sind beinahe endlos. Dadurch geraten viele burmesische Migranten in existenzbedrohende Situationen. Sie verlieren ihre Arbeit, Unterstützungsmaßnahmen gibt es nicht und so müssen sie nun in eine Heimat zurück, in der die meisten nichts mehr besitzen. Diese Menschen werden in provisorischen Notfallunterkünften, in Tempeln und Zelten untergebracht. Leider fehlt es aber an Allem und genau diesen Menschen wollen wir einen Funken Hoffnung schenken und deren aussichtslose Situation zumindest ein wenig lindern, indem wir Notfallsets mit dem Wichtigsten zur Verfügung stellen. Das Set beinhaltet eine Schlafmatte, ein Moskitonetz, einen Polster, eine Decke, eine Wasserflasche, einen Essensbehälter, Zahnbürste und Zahnpasta, Seife, Handtuch, Schutzmasken, Trinkwasser, Desinfektionsmittel, Nagelschere und eine Tasche, in der das wenige Hab und Gut deponiert werden kann.

Die Beschaffung und Verteilung der Materialien übernimmt unser 7-köpfiges Team vor Ort in Hpa-an. Sie arbeiten eng mit den lokalen Gesundheitsbehörden zusammen und helfen dort, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird. Bei jenen Menschen, die von Thailand zurückkehren und die noch Verwandtschaft in Myanmar haben, entscheidet der Dorfvorsteher, ob sie das Dorf betreten dürfen. Zu groß ist aber meist die Angst, dass Heimkehrer das Virus in sich tragen. Wir alle wissen, was es bedeuten könnte, wenn sich das Virus unter den Ärmsten der Armen verbreitet.

Auch die Näherinnen aus unserer Happy Tailor Nähwerkstatt, die mittlerweile auf eigenen Beinen steht, sind schon fleißig und unermüdlich am Nähen von Schutzmasken. Es konnten bereits 1.600 Mundschutzmasken hergestellt werden, die in den umliegenden Waisenhäusern verteilt werden. Weitere 10.000 Stück sollen produziert werden, um alle 73 Schul- und Dorfgemeinschaften in der Provinz Tak zu versorgen.

In den 8 Dörfern, in denen  wir  bereits Toiletten gebaut haben, versorgen wir die Toilettenkommitee-Beauftragten mit einem Notfallset bestehend aus Fiebermesser, Schutzmasken, Handschuhen und Desinfektionsmitteln. Somit ist zumindest in diesen Dörfern eine erste Schutzausrüstung vorhanden.

Die hervorragende Arbeit der Rays of Youth ist im Gesundheitssprengel im 1,5 Mio. Einwohner zählenden Karen Staat sehr gut bekannt, und so stellte das burmesische Gesundheitsministerium die Anfrage um Mithilfe und Zusammenarbeit direkt an unser Team. Daher versorgen wir in dieser Ausnahmesituation einen kleinen Teil der lokalen Kliniken, die in den Städten Sensibilisierungskampagnen anbieten, mit Schutzausrüstung. Wir helfen gerne ein kleines Stück weiter, denn leider fehlen die finanziellen Mittel in den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen an allen Ecken und Enden.