Schule unter freiem Himmel

17. November 2020

Mitte März, 2 Wochen vor den geplanten 2-monatigen Sommerferien schlossen unsere Ray of Hope Schulen ihre Tore – leider bis dato. Seit Juni haben die Lehrer unserer Schulen aber begonnen den Heimunterricht als Ersatz zum geregelten Schulunterricht umzusetzen. Da aber die Familien arm sind, es meist keine Stromversorgung gibt und die Kinder von einem Computer nur träumen können, wurden die Lehrer aktiv und reisen seitdem mit Bus und Fahrrad oder teilweise sogar zu Fuß von Ort zu Ort, um ihre Schüler in kleinen Gruppen in ihren Dörfern für ein paar Stunden zu unterrichten. Treffpunkt dazu sind Plätze im Freien – unter einem Baum, in einem Garten oder auf den Bambusmatten im „Dorfsaal“. Die Temperaturen erlauben den Unterricht im Freien und für die Kinder ist es ein Geschenk, weiterhin von ihren Lehrern zu lernen und zumindest einige ihrer Mitschüler zu sehen.

Die Öffnung der Schulen war für Anfang Oktober geplant, leider konnte diese aber aufgrund steigender Infektionszahlen nicht stattfinden und auch der Heimunterricht musste zwischenzeitlich auf Eis gelegt werden. Mittlerweile hat sich die Situation wieder ein wenig beruhigt und nächste Woche kann zumindest der Heimunterricht wieder aufgenommen werden. Unser Team arbeitet gleichzeitig auf Hochtouren, um einheitliche Heimunterricht-Lehrpläne für das zweite Semester zu erstellen. Dies soll für mehr Einheitlichkeit und Struktur sorgen und es so ermöglichen, dass unseren Schülern die gelernten Inhalte vom burmesischen Bildungsministerium anerkannt werden. Die Lehrer wurden dafür geschult und neben didaktischen Inhalten, erhielten sie auch ein spezielles Training für Covid-19 und für psychologische erste Hilfe.

Ob und wann unsere Schulen dieses Jahr wieder einen geregelten Schulalltag anbieten können steht leider in den Sternen. Deshalb arbeitet unser Team unermüdlich, um zu gewährleisten, dass auch während der Pandemie jedes Kind weiterhin den Anspruch auf Bildung in jeglicher Form wahrnehmen kann. Für uns ist es auch oberste Priorität, den Eltern begreiflich zu machen, dass auch in solch außergewöhnlichen Zeiten Bildung von höchster Bedeutung ist. Schnell könnte es passieren, dass Kinder aus dem Unterricht genommen werden, um Geld für die Familie zu verdienen. Dies wollen wir aber unbedingt vermeiden, denn einmal aus dem Bildungssystem ausgeschieden, ist es oft schwierig wieder Fuß zu fassen.

Wir danken der Autonomen Region Trentino-Südtirol von Herzen für die finanzielle Unterstützung, denn ohne geeignetes Schulmaterial wäre eine „Schule unter freiem Himmel“ für unsere burmesischen Kinder nicht möglich. Danke!